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    Wassergeschichte im Hunsrück

    „Wir versorgen da mit Wasser wo die Römer schon tätig waren“

     
     
    Die römische Wasserleitung in Brey

     
    „Das Beste aber ist das Wasser“ stellte bereits der griechische Dichter Pindar im 4. Jahrhundert vor Christus fest. Bereits in der Antike war sauberes Wasser für den Menschen von entscheidender Bedeutung und bildete die Grundlage zur Schaffung der frühen Hochkulturen und antiken Reiche. Damit dies gewährleistet werden konnte waren gewaltige Ingenieurleistungen und bauliche Maßnahmen erforderlich. So ist die römische Wasserleitung nach Köln mit einer Länge von über 90 Kilometern das nach dem Limes größte antike Bauwerk nördlich der Alpen. Ihre Förderleistung war so hoch, dass rein rechnerisch jedem Einwohner von Köln täglich etwa 1200 Liter Wasser zur Verfügung stand.
     
    Auch in der Gemeinde Brey hat sich eine Wasserleitung aus der Römerzeit erhalten. Sie ist in Qanatbauweise errichtet und mit einer Länge von  über 1,6 km einer der größten antiken Tunnelbauten nördlich der Alpen. Sie diente in der Hauptsache der Versorgung eines römischen Landgutes innerhalb des Ortes.

    Die Qanatbauweise (= Lichtschacht) hat gegenüber dem normalen Tunnelbau den Vorteil, dass in regelmäßigem Abstand ein Schacht auf eine vorher genau berechnete Tiefe gegraben wird und dann vom Schachtboden aus der Tunnel bis zum nächsten Schacht vorangetrieben werden kann.  Dies ermöglicht den Einsatz von vielen Arbeitstrupps an den einzelnen Schächten, womit ein enormer Zeitgewinn beim Bau erreicht werden kann, während beim „normalen“ Tunnelbau im Gegenortverfahren nur jeweils ein Arbeitstrupp am Anfang und am Ende des Tunnels arbeiten kann. Dieses Verfahren wurde bereits von den Persern zu Beginn der Eisenzeit (ca. 1000 v.Chr.) entwickelt und von den Römern übernommen und verbessert.

    Der in Brey errichtete Tunnel besticht nicht nur durch seine Länge. Die Höhe des Tunnels liegt zwischen 1,7 und 2,1 m und ermöglicht es, dass Besucher den freigelegten Teil auf einer Länge von ca. 20 m begehen können. Die eigentliche Wasserleitung wurde in den Tunnelboden eingetieft, hat eine Breite von 25 cm, eine Tiefe von 18 cm und ist mit Steinplatten ohne Mörtel eingefasst und abgedeckt. Noch heute fließt das Wasser mit einer Geschwindigkeit von 1 Liter pro Sekunde durch diese Leitung.

    Der eigentliche Tunnel wurde nach Fertigstellung wieder verfüllt, um Verunreinigungen des Wassers zu vermeiden. Dies ist auch der Grund, weshalb diese Wasserleitung erst 1954 wiederentdeckt wurde.

    Mit dem Ende der Antike und der Völkerwanderungszeit ging das Wissen um sauberes Trinkwasser in Mitteleuropa in Vergessenheit. Das in den Städten und Siedlungen dargebotene Wasser entprach nicht annähernd dem hygienischen Standard der Römer. Die mittelalterlichen Seuchen waren damit vorprogrammiert.

    Besichtigungen sind von Mai bis Oktober am jeweils ersten Sonntag des Monats in der Zeit von 10 bis 13 Uhr oder nach Anmeldung beim Touristenbüro in Rhens möglich.

    Manfred Jocham, Brey


    Homepage der Gemeinde Brey 

    Römerleitung Beulich

    Chronik zur Vereinsgeschichte SV "Frisch-Auf" Beulich 1921 e.V.


    Der verstorbene Buchautor Walter Merten aus Emmelshausen beschreibt in einem Artikel der Rhein-Zeitung vom 15. August 1983 unter der Überschrift: "Beulicher Bad profitiert von den alten Römern"; 2000 Jahre alte Wasserleitung heute noch intakt.

    So ist festzustellen, dass das Beulicher Waldschwimmbad grösstenteils aus einer alten Quelle gespeist wird. Das Wasser fliesst etwa auf eineinhalb Kilometer durch eine von den Römern erbaute Wasserleitung. Es gibt hierzu schon zahlreiche Fakten und Feststellungen. Eine letzte Sicherheit, die bestätigt, dass die folgenden Ausführungen historisch absolut gesichert sind, kann allerdings nur durch ein "Nachwühlen" in den Archiven des Landesamtes für Denkmalpflege erreicht werden. Doch die Tatsache, dass gerade die Beulicher und Gondershausener Umgebung von der Römerzeit stark frequentiert war und die Wasserleitung auch nach 2000 Jahren immer noch intakt ist, erlaubt eine Wanderung in die Geschichte und in den Hunsrücker Boden.

    In der Römerzeit hatte in dieser Gemarkung eine Legion ihren Standort. Das bedeutete, etwa vier- bis sechstausend Mann zu Fuss, etwa 300 Reiter und der Tross. Hinter Obergondershausen auf dem Schorfeld in einem Waldstück, dass immer schon den strengen Schutzbestimmungen unterlag. Vom Westen her ist es mit einer Dornenhecke dicht bewachsen. Der ganze Wald hier ist ein Massengrab, wo sich Hügel an Hügel reihte. Im Laufe der Zeit wurde durch die Landwirtschaft Hügel um Hügel abgettragen und das Gelände egalisiert. Kurz dahinter, an der Abfahrt Mermuth, fällt das Gelände zunächst steil ab. Hier war ein Schwimmbad der Römer. Lange Zeit noch an den Mauerresten erkennbar. Hier liegt auch jene Quelle, wo die römische Wasserleitung beginnt.

    Die Hundertschaften der Legion hatten vor dem Waldgebiet, wo heute der Beulicher Sportplatz liegt, ihre Unterkunft. Am westlichen Ende des Sportplatzes, bis zum Waldrand, sind mehrere auffällige hohe Hügel sichtbar. Das war auch ein Friedhof.

    Im "Roskehrtal, unterhalb des Schwimmbades (aber auf der Höhe gelegen), liegt ein grösseres Flachgelände. Hier stand das "ladifundium", ein römischer Landsitz. Es war der Sitz des Heerführers der Legion. Wie Ausgrabungen ergaben, muss dieser grosse Bau von einem ausgedehnten Garten umgeben gewesen sein. Er hatte Wasseranschluss, sogar einen Springbrunnen. Wer von hier aus die langgezogene Strecke südöstlich den Wald hinauschaut, und weiss, was viele Beulicher wissen, dass hier die Wasserleitung aus den Tonrohren hinaufführt, gewinnt Verständnis der Zusammenhänge.

    Diese Tonrohrleitung stösst in ziemlich geradem Verlauf auf den Endpunkt der gemauerten römischen Anlage. Es war also die Anschlussleitung. Etwa eineinhalb Kiliometer weiter aufwärts liegt die gemauerte Quelle. Dort, wo die gemauerte Rohrleitung endet, beginnt eine in jüngster Zeit verlegte PVC-Leitung direkt zum Schwimmbad, wieder eineinhalb Kilometer lang. So wird auch ein Erdloch erklärbar, dass dort nach den Regenfällen im Frühjahr 1983 entstand. Zunächst zeigt sich eine dünne Öffnung in Rohrgrösse, aus der das Wasser quoll und über die Äcker weiterlief. Die Regenfälle hatten zu gewaltigem Fluss in der alten gemauerten Leitung geführt und am Endpunkt hatte die PVC-Leitung nicht alles Wasser fassen können. So drückte es sich nach oben, etwa fünf Meter. Es müssen gewaltige Wassermassen gewesen sein, die ein solches Loch aus der Erde herausdrückten.

    Das Wissen um die römische Wasserleitung geht auf 1921/22 zurück. Damals wurden, wie überall, Notstandmassnahmen durchgeführt, so beispielsweise die Rhein-Ruhr-Hilfe, die auch der Beseitigung der Arbeitslosigkeit galt. Drainagearbeiten in feuchten Gebieten waren der amtliche Ausgangspunkt. Bei der Gelegenheit stiessen die Arbeiter auf das Mauerwerk. Wagemutige gingen sogar ein Stück hinein. Lehrer machten ihre chronischen Aufzeichnungen, wonach auch der provisorische Grundriss gezeichnet wurde. 1961 stürzte im Distrikt "Drei Born" eine Kiefer um. Waldarbeiter entdeckten Rohre, worauf das Landesamt für Vor- und Frühgeschichte benachrichtigt wurde. Die Experten bestätigten die Echtheit der Funde.

    Als ziemlich sicher galt, dass die ausserhalb des Waldes liegende Tonrohrstrecke weitgehend geräumt ist. Sie liegt, anders als die gemauerte Leitung, nur etwa 80 cm bis einen Meter tief.

    Als in Beulich ein 250 Jahre altes Haus abgerissen wurde, entdeckte man, dass die Kellerdrainage aus Tonrohren der römischen Wasserleitung gebaut worden war, die die Hausbesitzer wohl irgendwann aus dem Feld gegraben hatten.

    Vor Obergonderhausen und am Grieshof wurden beiderseits der Rhein-Mosel-Str. sack- und kistenweise Funde aller Art ausgegraben. Scherben von Vasen, dabei auch Buntglas. An dem geteerten Weg zum Roskehrtal waren noch Reste einer Fliehburg erkennbar. Diese wurde im Laufe der Zeit auch abgetragen und die Bruchsteine wahrscheinlich für Häuserbau und Hausmauern im Dorf verwendet.

     

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